Landrat und Bürgermeister sind empört

Die FN haben unsere Initiative um eine Stellungnahme zu den beschriebenen Problemen gebeten. Diesem Wunsch sind wir gerne gefolgt. Hier ist sie:

Interessengemeinschaft Tauberbahn jetzt gründen

In dem ab 14. Juni 2026 gültigen Fahrplan der Tauberbahn Wertheim - Crailsheim sollen in Königshofen und Igersheim etliche Züge nicht halten, obwohl dort auch mit viel Geld der Kommunen ins Bahnhofsumfeld investiert worden ist. Sowohl Landrat Schauder als auch die Bürgermeister Dr. Braun (Lauda-Königshofen) und Menikheim (Igersheim) regen sich zurecht darüber auf, wie die Fränkischen Nachrichten am 21.05.2026 berichten.

Grund für diese Ausfälle ist, dass die Schieneninfrastruktur nicht leistungsfähig genug ist, um den Stundentakt auf der Strecke möglich zu machen. Die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg, die die Zugleistungen bei der Westfrankenbahn bestellt, passt den Fahrplan daher an die mangelhafte Infrastruktur an, statt den umgekehrten Weg zu gehen und die Infrastruktur an den Fahrplan anzupassen.

Tatsächlich ist die Lage ernst. Nachdem auf der Tauberbahn wegen Personalausfall bereits vom 6. bis zum 10. Mai nur eine Schicht gefahren wurde, ist schon die nächste Streckensperrung angekündigt: Vom 26. bis 30. Mai gibt es zwischen Bad Mergentheim und Crailsheim nur Schienenersatzverkehr mit Bussen. Busverkehr ist aber keine akzeptable Alternative zur Schiene. Um es in einem Bild auszudrücken, die Tauberbahn braucht Intensivpflege, um einen verlässlichen und pünktlichen Zugverkehr möglich zu machen. Für die nachhaltige Mobilität in unserer Region ist sie unverzichtbar.

Schon seit langem weist die Initiative Pro Tauberbahn auf die Probleme hin. Bereits vor zwei Jahren hat sie allen an der Bahnstrecke gelegenen Kommunen vorgeschlagen, nach dem Vorbild der Interessengemeinschaft Schienenkorridor Stuttgart – Nürnberg, eine „Interessengemeinschaft Tauberbahn“ zu gründen. Damit soll das gesamte politische Gewicht der an der Bahnlinie gelegenen Gemeinden in die Waagschale geworfen werden, um sich politisch dafür einzusetzen, dass die Infrastruktur der Tauberbahn zukunftsfähig gemacht wird. Wir halten die Interessengemeinschaft Tauberbahn für notwendig, weil das Land sonst überwiegend in die Schieneninfrastruktur der Ballungsgebiete investiert und unsere dünn besiedelte Region zu kurz kommt. Dabei kommt es darauf an, sich nicht spalten zu lassen. Auch wenn manche Kommunen etwas weniger stark betroffen sein mögen als andere, werden wir nur dann Erfolg haben, wenn wir uns in Stuttgart geschlossen und lautstark für das gemeinsame Interesse an einem guten Schienenverkehrsangebot stark machen.

Die Initiative Pro Tauberbahn hat ein Zukunftskonzept ausgearbeitet und auf ihrer Homepage pro-tauberbahn.de veröffentlicht, mit dem ein zuverlässiger und pünktlicher Stundentakt ohne Haltausfälle möglich wird. Mit den vorgeschlagenen Investitionen in die Infrastruktur können sogar zusätzliche Haltepunkte eingerichtet werden.

Die Initiative Pro Tauberbahn hofft, dass der durch den neuen Fahrplan bei den Kommunalpolitikern verursachte Ärger dazu motiviert, die Interessengemeinschaft Tauberbahn nun unverzüglich zu gründen. Dann hat er etwas Gutes bewirkt. Dafür bieten wir unsere Unterstützung an.

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