Erfahrungsberichte von Bahnkunden

Verspätungen und Zugausfälle auf der Tauberbahn haben sich in letzter Zeit sehr stark vermehrt. Mit Erlebnisberichten von Zugreisenden will die Initiative Pro Tauberbahn die Bahn keineswegs schlechtreden, sondern die Verantwortlichen dazu bewegen, die Qualitätsmängel zu beseitigen. Mit einem Webformular können Sie uns Ihre persönlichen Erlebnisse und Erfahrungen mitteilen. Wir werden sie hier veröffentlichen, sofern sie nicht rechtswidrig oder beleidigend sind.

Familie X.

Vor einigen Monaten haben wir eine Radtour durch das „Liebliche Taubertal“ geplant.

Hatten u. a. in Wertheim Unterlagen bestellt und auch einige Male mit dem Tourismus Büro telefoniert, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.

In einem Prospekt gab man uns den Tipp, mit dem Auto nach Wertheim und dann mit der Bahn bis Schrozberg zu fahren und anschließend mit dem Rad von Rotenburg o. d. T. über Bad Mergentheim zurück nach Wertheim.

Diese Logistik haben wir mehrmals mit dem Büro besprochen, insbesondere wurde uns versichert, dass die Zugverbindung ab Wertheim sicher ist, auch an dem Fronleichnamstag am 4. Juni 26. fährt. Weiter wurde uns zugesichert, dass es gar kein Problem sei, wenn wir mit sechs Personen plus Fahrräder zusteigen.

Nach der Buchung der Bahntickets, der Hotels in Rothenburg ob der Tauber und Bad Mergentheim stand dem Radurlaub auf dem 5-Sterne-Premiumradweg nichts im Weg. Die Anreise unproblematisch, der Parkplatz wurde für drei Tage gebucht und bezahlt, der Weg zum Bahnhof war gut erreichbar. Überpünktlich standen wir alle am Bahnsteig, um um 10:34 Uhr in den Zug einzusteigen. Der Zug kam pünktlich und der Zugführer hat uns verboten, einzusteigen, da er nur vier Fahrräder mitnehmen dürfe und der Zug sei voll mit der genannten Anzahl. Er gab uns den Tipp, zwei Stunden zu warten, vielleicht nimmt uns der nächste Zug in zwei Stunden mit (aber nur vielleicht). Der nachfolgende Zug hatte auch keine Kapazität für uns.

Nun war der ganze Plan dahin und wir waren erst einmal ratlos. Wir nahmen Kontakt zum Tourismus-Büro in Wertheim auf und tatsächlich rief uns eine Mitarbeiterin an, die uns jedoch nicht weiterhelfen konnte.

Nun haben wir die Räder wieder auf unsere Autos gepackt und sind nach Weikersheim gefahren, um von dort aus mit den Rädern nach Rothenburg zu fahren. Am Freitag sind wir wieder nach Weikersheim zurückgekehrt. Die Räder auf die Autos gepackt, um nach Bad Mergentheim zum vorgebuchten Hotel zu fahren. Dort haben wir auch Parkgebühr entrichten müssen, was mit der anderen Variante überflüssig gewesen wäre.

Am Samstag sind wir dann mit den Autos nach Hause gefahren, obwohl es eigentlich ab da mit dem Rad nach Wertheim gehen sollte, wo wir auch noch übernachten wollten, um den Sonntag dort zu verbringen.

Leider haben wir nur einen kleinen Teil der Tauber bzw. von ihrer landschaftlichen Vielfalt gesehen. Ein Großteil der Zeit wurde mit Logistik verbracht.

Die Fahrkarten und die Parktickets wurden von uns im Voraus bezahlt und nicht genutzt.

Die Fahrkarten haben wir bei der DB reklamiert und hofften auf Erstattung. Bis heute haben wir keine Antwort erhalten.

Noch eine Empfehlung unsererseits, gerade an verlängerten Wochenenden und in der Radsaison sollte dem Transfer, auch mit dem Bike, besondere Beachtung geschenkt werden.

Wem sollten wir jetzt das liebliche Taubertal empfehlen?

Dr. Steffen Both

Eine verstörende Erfahrung machte Dr. Steffen Both am 26. Juni 2026. Daraufhin schrieb er an die Westfrankenbahn:

Sehr geehrte Damen und Herren,

am Freitag den 26.06. habe ich auf der Strecke des RE87 eine verwirrende Situation erlebt, zu der ich gerne eine Erklärung hätte.

Ich wollte um 19:33 Uhr mit dem RE87 von Crailsheim nach Tauberbischofsheim fahren.

Auf ihrer  Homepage ist bis heute angegeben, dass der Streckenabschnitt Bad Mergentheim–Tauberbischofsheim aufgrund der Bauarbeiten in Lauda erst ab dem 27.06. gesperrt ist. Für den 26.06. war keine entsprechende Einschränkung angekündigt:

Auch im DB Navigator wurde der Zug regulär bis Tauberbischofsheim mit konkreten Ankunftszeiten angezeigt.

Da mir dies merkwürdig erschien, fragte ich bereits im Zubringerzug nach Crailsheim eine Zugbegleiterin. Sie überprüfte die Informationen im internen System und fand dort keinen Hinweis auf einen Ausfall am 26.06. Wir gingen daher beide von einem Fehler in der Fahrgastinformation aus.

Nach dem Einstieg in den RE87 wurde dann jedoch durchgesagt, der Zug fahre nur bis Bad Mergentheim; für den weiteren Abschnitt gebe es Ersatzverkehr. Viele Fahrgäste waren darüber sichtlich überrascht. Ich fragte den Triebfahrzeugführer, ob dies sicher sei, da laut Homepage die Sperrung erst am Folgetag beginnen sollte. Er konnte dies selbst nicht bestätigen und versuchte vergeblich, die Zentrale zu erreichen.

Ich versuchte ebenfalls telefonisch die Westfrankenbahn zu kontaktieren, erreichte jedoch niemanden.

In Bad Mergentheim stellte sich schließlich heraus, dass entgegen der Durchsage kein Ersatzverkehr bereitstand. Viele Fahrgäste waren entsprechend ratlos; eine Mitreisende war beispielsweise schockiert, da sie nach Frankfurt weiterreisen musste. Lediglich zufällig konnte ein Linienbus nach Tauberbischofsheim genutzt werden.

Zusätzlich zeigte die Bahnsteiganzeige in Bad Mergentheim den Zug weiterhin als durchgehend bis Aschaffenburg an, obwohl die Fahrt dort endete.

Daher bitte ich um eine Stellungnahme zu folgenden Fragen:

  1. Warum entfiel der Streckenabschnitt bereits am Abend des 26.06., obwohl auf Ihrer Homepage weiterhin der 27.06. als Beginn der Sperrung angegeben ist?

  2. Warum waren Homepage, DB Navigator, Bahnsteiganzeigen und die tatsächliche Betriebslage derart widersprüchlich?

  3. Weshalb wurde im Zug ein Ersatzverkehr angekündigt, obwohl vor Ort keiner vorhanden war?

Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Steffen Both

Anonymous

Ich bin Student an der Uni Würzburg im 4. Semester und nutze die Tauberbahn täglich, um nach Würzburg (Uni, Arbeit, ...) zu fahren. Jedoch hat nun das Trauerspiel auf der Tauberbahn in letzter Zeit dazu geführt, dass ich mir nun endgültig eine Wohnung in Würzburg suchen werde.

Ich möchte kurz meine Erfahrungen schildern und auch auf den neuen Ersatzfahrplan zwischen Bad Mergentheim und Tauberbischofsheim eingehen.

Im ersten Semester verpasste ich den RE 8 in Lauda fast täglich, da der "Anschluss an den RE 8 in Lauda" (wie die Westfrankenbahn es schreibt) mit 4-Minuten Umsteigezeit nur auf dem Papier existiert. Mit der Baustelle in Markelsheim verbesserte sich die Situation etwas, da mehr Puffer da war. Doch mit dem neuen Fahrplan seit dem 14. Juni ist die kurze Umstiegszeit zurück. In dieser Woche habe ich den RE 8 nur mit Glück erreicht: Zweimal war der RE 8 verspätet und einmal hat der RE 8 gewartet. Es ist also jeden Morgen ein stressiges auf die Uhr schauen und hoffen, dass man den RE 8 noch kriegt (mit der RB 85 komme ich zu spät).

Der neue Ersatzfahrplan ist aber eine Vollkatastrophe, die die WFB und NVBW nicht ernst meinen können:
Der RE 8 von Würzburg kommt ca. zur Minute :06 in Lauda an, der Bus nach Bad Mergentheim, der einen rechtzeitig zum Anschlusszug nach Weikersheim bringt, fährt aber schon zur Minute :55 der vorherigen Stunde los. Wenn man also bspw. um 15:06 Uhr in Lauda ankommt, ist der Bus schon um 14:55 Uhr abgefahren. Der kurz darauf fahrenden Bus zur Minute :04 (hier im Bsp. 15:04 Uhr) ist auch nicht zu erreichen! Der bringt einen laut Plan aber sowieso nicht rechtzeitig nach Bad Mergentheim.

Für mich ist das größte Problem jedoch, dass ich täglich um 19:06 Uhr in Lauda ankomme. Ich muss also auf den Bus um 19:31 Uhr warten und komme um 19:53 in Bad Mergentheim an. ABER: um diese Uhrzeit ist ja die Lücke im Fahrplan. Für den Zug nach Weikersheim soll ich also bis 21:37 Uhr warten? Täusche ich mich da oder sehe ich das richtig?? Das kann nicht sein.

Ich stand vor ein paar Wochen noch mit der WFB in Kontakt, die aber die Schuld für die fehlenden Investitionen etc. auf die NVBW und DB InfraGO abgewälzt hat. Seitdem hat mir die WFB nicht mehr geantwortet. Ich habe daraufhin die NVBW kontaktiert, doch die hat mir nicht mal auf meine E-Mail geantwortet.

Ich werde während dieser Bauarbeiten also mit dem Auto fahren. Was anderes können die einem doch nicht ernsthaft zumuten!?

Oliver Roßmüller

Gestern am späten Nachmittag haben sich auch wieder - trotz Zweistundentakt und ohne Zugkreuzungen in Stadtprozelten wie an Werktagen - Verspätungen aufgeschaukelt. Folge: der Zug aus Wertheim kommend wurde in Gamburg festgehalten, um die eigentlich in Tauberbischofsheim vorgesehene Zugkreuzung nach Gamburg zu verlegen. Ich vermute, dass der Zulauf auf Lauda ursprünglich pünktlich war. Zumindest sagten das zuvor das Fahrgastinformationssystem und die DB App. Durch diese Maßnahme wächst die Verspätung zwangsläufig mindestens auf zwanzig Minuten an. Die Westfrankenbahn wertet die Anschlüsse in Aschaffenburg halt höher als in Lauda. Das habe ich der NVBW gegenüber bereits in der Vergangenheit reklamiert. Geschehen ist nichts.

Marc Müller

Heute bin ich mit der Westfrankenbahn von Stadtprozelten nach Wallhausen gefahren. Es fing schon mit einer Verspätung von knapp 15 Minuten an. Weitere Minuten kamen durch ein Türproblem dazu. In Tauberbischofsheim übertrug sich diese Verspätung auf den Gegenzug. Mein Zug verlor wegen der geplanten Standzeit etwa 3 Minuten. In Lauda wurden alle Anschlüsse (zur RB85 und zum RE8) verpasst und mein Zug verlor weitere rund 7 Minuten. In Bad Mergentheim verlor er weitere rund 8 Minuten. Da die Haltausfälle Igersheim, Markelsheim und Elpersheim und die dafür vorhandene lange Standzeit in Bad Mergentheim die Verspätung auffängt ist der Zug wieder pünktlich. Offiziell ist damit wohl alles bestens und in Ordnung - genau das möchte man wohl so erreichen. Als nächstes kommt ein Mitarbeiter der NVBW und befragt die Fahrgäste nach ihrer Zufriedenheit mit der Westfrankenbahn, also mit deren Leistung und Qualität. Ich antworte darauf, dass ich gar nicht zufrieden sei, allein schon deswegen, was man sich hier insbesondere in den letzten Monaten geleistet hat. Damit war die Umfrage mit mir beendet. Sie wurde vermutlich nicht erfasst.

Julian Izaguirre

Gestern (19.01.25) stand ich um 20 Uhr in Lauda am Bahnhof. Etwa 30 Personen warteten mit mir auf den SEV in Richtung Bad Mergentheim, geplant um 20:11 Uhr. Kurz: Der Bus kam nicht. Bei minus 3 Grad. Ohne Fahrgastinformation, weil die Busse nicht mit dem Echtzeitinformationssystem ausgestattet sind. Ohne Kundenhotline o.ä.
Nach 20:30 Uhr fingen die ersten Fahrgäste an abzuwandern, Bekannte anzurufen oder sich Taxis zu besorgen. Einige der enttäuschten Fahrgäste waren Kurgäste aus Bad Mergentheim - welches Bild gibt das ab?
Es geht mir gar nicht um den einzelnen Vorfall, sondern um die Tatsache, dass die letzten Jahre immer wieder Zugausfälle und SEV auf der Tauberbahn eher die Regel als die Ausnahme sind. Ab nachmittags fahren zwischen Lauda und Crailsheim keine Züge mehr - und diese Maßnahmen werden dann in "Salamischeibentaktik" immer weiter verlängert. Der SEV braucht dann etwa die doppelte Fahrzeit, Anschlüsse werden nicht erreicht etc. Warum ist die Westfrankenbahn nicht in der Lage, einen stabilen und zuverlässigen SPNV zu leisten?

Oliver Roßmüller

Die Reisendenwegweisung war chaotisch als ich den Bus um 17:25 von Bad Mergentheim Bhf. nach Lauda genommen habe. Die dynamische Abfahrtsanzeige hat weder angezeigt, ob die schlecht gekennzeichneten Busse pünktlich sind, noch von welchem der vielen Bussteige sie abfahren. Für die vielen ortsfremden Fahrgäste ist das äußerst chaotisch und die ausländischen Fahrer können nicht einmal Fragen nach den Zwischenhalten beantworten. Hier sieht man die Überforderung oder Gleichgültig der Organisatoren.

Michael Weimer

Am 27.12.2024 bin ich mit der Bahn von Bad Mergentheim nach Osterburken gefahren. Die Abfahrt sollte um 07:35 Uhr stattfinden. Schon bei meiner Ankunft am Bahnhof fiel mir auf, dass der Bahnsteig nicht gestreut war. Es war extrem glatt, und ich dachte mir: „Ob das heute gut geht?“ Leider sollte ich recht behalten, es ging so gut wie gar nichts.

In Lauda war ein Umstieg mit einer geplanten Zeit von sechs Minuten vorgesehen. Für manche mag das sportlich sein, aber bei den kurzen Wegen am Bahnhof hätte es eigentlich machbar sein müssen. Allerdings stellte ich schon in Bad Mergentheim fest, dass der Zug nicht pünktlich abfuhr. Über die App erhielt ich zwei Minuten nach der geplanten Abfahrtszeit die Information, dass der Zug acht Minuten Verspätung habe. Eine Durchsage am Bahnhof kam erst deutlich später. Die Verspätung hielt der Zug dann auch konsequent ein, sodass ich den Anschlusszug in Lauda verpasste.

Die Rückfahrt von Osterburken nach Bad Mergentheim war ebenfalls problematisch. Die App schlug mir immer wieder Verbindungen über den Schienenersatzverkehr (Bus) vor, obwohl es parallel dazu Zugverbindungen gab. Da ich keine Lust hatte, mit dem Bus zu fahren, plante ich meine Route selbst. Ich entschied mich für eine Verbindung mit 20 Minuten Umstiegszeit und das war eine gute Entscheidung. Andernfalls hätte ich den Anschluss erneut verpasst.

Es stellt sich die Frage, warum die Westfrankenbahn überhaupt einen Schienenersatzverkehr anbietet, wenn es parallel funktionierende Zugverbindungen gibt. Ich persönlich bevorzuge ganz klar die Bahn und möchte keinen Bus fahren.

Marc Müller

Ich kann die Haltestelle des Schienenersatzverkehrs in Wallhausen beobachten. Heute kam der Bus Richtung Weikersheim um 15:50 Uhr. Der folgende um 16:50 Uhr kam nicht, der nächste um 17:50 Uhr mit 30 Minuten Verspätung. Der Bus um 18:50 Uhr hatte 10 Minuten Verspätung.

Marc Müller

Der Ersatzbus, der laut DB Navigator heute um 16:50 Uhr von Wallhausen nach Weikersheim fahren sollte, ist nicht gekommen, ebensowenig derjenige, der um 18:50 Uhr fahren sollte.