Erfahrungsberichte von Bahnkunden

Die Initiative Pro Tauberbahn will einen attraktiven Zugverkehr. Verspätungen und Zugausfälle sind bei der Westfrankenbahn jedoch bereits seit Jahren an der Tagesordnung. Sie verärgern und verprellen die Bahnkunden. In letzter Zeit haben sich diese Probleme noch einmal stark vermehrt. Mit Erlebnisberichten von Zugreisenden will die Initiative Pro Tauberbahn die Bahn keineswegs schlechtreden, sondern die Verantwortlichen dazu bewegen, die Qualitätsmängel zu beseitigen. Mit einem Webformular können Sie uns Ihre persönlichen Erfahrungen mit der Westfrankenbahn mitteilen. Wir werden sie hier veröffentlichen, sofern sie nicht rechtswidrig oder beleidigend sind.


Thomas Rietschel (16.07.2024):
Morgen, am 17.7., habe ich einen beruflichen Termin um 11:00 in Offenbach. Mit dem Auto ist das von meinem Wohnort Weikersheim aus in 110' erreichbar. Aber ich möchte mit der Bahn fahren, die braucht mindestens 3h - das nehme ich gerne in Kauf. Leider fallen morgen alle frühen Züge aus. Ich könnte also um 7:10 fahren und wäre um 10:17 in Offenbach - wenn (!) ich meinen Anschluss in Lauda bekomme (4 Min. Umstiegszeit). Das ist für einen beruflichen Termin zu riskant, denn wenn ich den Anschluss in Lauda verpasse, was recht wahrscheinlich ist, dann bin ich erst um 11:17 in Offenbach am Bahnhof und frühestens um 11:30 an meinem Arbeitsort, an dem ab 11:00 Uhr 15 Personen auf mich warten. Das System bietet mir als sichere Alternative an, dass ich heute Abend um 22:30 fahren könnte, dann wäre ich morgen früh um 6:10 in Offenbach und könnte frisch erholt nach einer Nacht auf deutschen Bahnhöfen meinem Tagwerk nachgehen. Mir wird nichts anderes übrig bleiben, als meine Frau zu bitten, mich nach Lauda bzw. nach Würzburg mit dem Auto zu fahren.


Andreas Müller (04.07.2024):
Im Urlaub 2023 habe ich mir für einen Monat das 49-Euro-Ticket gegönnt und war an verschiedenen Tagen mit der Westfrankenbahn von Igersheim aus entweder Richtung Crailsheim oder Richtung Wertheim unterwegs.

Ich bin hier im Taubertal aufgewachsen, vor rund 64 Jahren fast IM ZUG auf der Fahrt Richtung Backnang geboren worden und schließlich Dank Hilfe der damaligen Bahn-Mitarbeiter zu Zeiten, als es noch KEIN Smartphone gab, in Crailsheim im dortigen Krankenhaus zur Welt gekommen - vielleicht war das ja der Auslöser für mein späteres Eisenbahn-Interesse 🙂 !? Auf jeden Fall hat mich die Eisenbahn hier im Taubertal durch Kindheit, Jugend und Erwachsenen-Alter begleitet, habe früher viele Fotos vom Ende der Dampflokzeit 1975 beginnend bis heute gemacht - und war letztes Jahr wieder einmal auf Tour, um in aller Ruhe nachzuschauen wie sich denn die damals aufgesuchten Orte und Bahnhöfe entwickelt haben.

Nicht nur bei uns im Taubertal - auch weltweit wenn man sogenannte "Cab View"-Fahrten auf YouTube anschaut - hat sich die Eisenbahnwelt verändert. Wie andernorts wurden auch bei uns im Taubertal Bahnhöfe zurückgebaut oder ganz aufgegeben und es gibt oftmals nur noch Haltepunkte wo früher lebendiger Bahnverkehr war. Das war interessant zu beobachten - und auch der aktuelle Bahnverkehr mit den formschönen, bequemen Dieseltriebwagen der Baureihe VT 642 war interessantes ERFAHRUNGS-Objekt - im wahrsten Sinne des Wortes!!!

Dabei muss ich hier klipp und klar feststellen dass sowohl das Lok- und Zugbegleitpersonal als auch die Fahrdienstleiter IMMER sehr freundlich waren und noch sind - sie können am wenigsten für den in den letzten Jahren ständig zunehmenden Kollaps des Schienenverkehrs auf der Taubertalbahn! Ihnen gilt meine Hochachtung und ein Gruß geht hiermit an alle raus!

Was letztes Jahr 2023 in diesem Monat nicht schön war waren die ständigen Verspätungen, oftmals nur einige Minuten, teilweise dann schon eine halbe Stunde und mehr - was dann wiederum für komplette Zugausfälle gesorgt hat - waren doch durch die Verspätungen regulär vorgesehene Verbindungen nicht mehr möglich! Denn der Fahrplan ist doch schon recht eng getaktet. In einem Fall musste ich an einem heißen Nachmittag schon in Bad Mergentheim umsteigen - der Zug wäre eigentlich weiter nach Crailsheim gefahren. Doch irgendwelche Umstände machten es notwendig, ab Bad Mergentheim anstatt einer doppelten Mehrfach-Traktion nur noch EINEN zweiteiligen VT 642 einzusetzen... So war dieser eine Triebwagen vollgepfropft mit Menschen und es gab für sehr viele nur noch Stehplätze. Durch das gedrängte Stehen war die Gefahr des Umfallens so wenigstens minimiert 😉 😂

Ein anderes Mal waren es Stellwerks-Probleme, welche für die Zugverspätung gesorgt haben, allerdings war es nicht sicher ob es an Stellwerken auf der Tauberbahn oder im Bereich des gemeinsamen Abschnitts der Frankenbahn (KBS 780 Stuttgart-Würzburg) in Lauda lag...

Weil die offizielle Rente kurz bevor steht dachte ich schon einige Zeit daran mir wieder - diesmal dauerhaft - ein 49-Euro-Ticket zu besorgen, natürlich auch um gerne wieder hier auf und mit der Taubertalbahn Ausflüge zu machen. Doch die derzeitigen Zustände mit oft ausfallenden Zügen, Schienenersatz-Verkehr und Ungewissheit, ob man noch am selben Tag überhaupt wieder nach Hause zurück kommt macht dieses Vorhaben mehr als ungewiss. So macht Reisen mit der Bahn keinen Spaß und ich überlege mir andere Alternativen als mit der Bahn zu reisen!


Thomas Rietschel (01.07.2024):
Mein Zug sollte am 28.06. um 9:19 fahren. Am Frühstückstisch war noch alles in Ordnung, die Bahnapp meldet keine Verspätung. Ich packe meine Sachen und gehe zum Bahnhof. Dort erfahre ich: der Zug hat 10' Verspätung. Aus den 10' wurden dann 31'. Ergebnis: Anschluss in Lauda verpasst, Anschluss in Würzburg verpasst. Ankunft am Fahrtziel Aachen: 1 h 40' später.


Thomas Tuschhoff (30.06.2024):
Ich hatte eine Zugreise am 27.06. von Bad Mergentheim nach Kassel-Wilhelmshöhe mit dem Zug um 08:37 Uhr gebucht. Kurz vor Fahrtbeginn bekam ich eine Nachricht aufs Handy, dass ich wegen Verspätung den Anschluss in Lauda zum RE8 nach Würzburg nicht bekommen werde. Als Grund wurde "Verspätung aus einer vorausgehenden Fahrt" angegeben. Ich musste mich mit dem Auto nach Lauda fahren lassen, um den ICE in Würzburg zu erreichen. Andernfalls wäre ich nicht nur eine Stunde später angekommen, sondern hätte auch keinen reservierten Sitzplatz mehr gehabt.