Sommerfahrplan 2026
Infrastrukturmängel bestimmen den Fahrplan
Der nach der Inbetriebnahme des umgebauten Bahnhofs in Markelsheim ab 14. Juni gültige Fahrplan der Tauberbahn macht einmal mehr die Defizite der Schieneninfrastruktur auf der Strecke Wertheim – Crailsheim deutlich. Bahnhalte in Igersheim und Königshofen entfallen teilweise, um die Anschlüsse in Lauda und Crailsheim zu erreichen. Der vom Land Baden-Württemberg versprochene Taktverkehr von allen Bahnhöfen und Haltepunkten wird in die ferne Zukunft verschoben.
Bessere Lösungen wären möglich
Nach Auffassung der Initiative Pro Tauberbahn ginge es auch anders. Mit dem von ihr vorgeschlagenen Übergangsfahrplan gäbe es in jeder Stunde an allen Haltepunkten mindestens ein Fahrtenangebot, wenn auch nicht überall genau im Takt. Dafür müssten nur etwas mehr Zugleistungen bestellt werden. Investitionen in die Infrastruktur wären jedoch nicht nötig.
Die Pünktlichkeit der Züge könnte verbessert werden indem man die Bahnübergänge an den Kreuzungsbahnhöfen Tauberbischofsheim, Markelsheim und Schrozberg zwischen der Einfahrt des einen und der Ausfahrt des Gegenzugs geschlossen hält. Die Einfahrt der Tauberbahn aus Tauberbischofsheim in den Bahnhof Lauda könnte beschleunigt werden indem man dem RE 8 aus Würzburg nicht bereits bei der Einfahrt die Ausfahrt freigibt, was für die Tauberbahn zu einem Fahrstraßenausschluss führt.
Das Zukunftskonzept der Initiative Pro Tauberbahn
Das Zukunftskonzept der Initiative Pro Tauberbahn würde die Leistungsfähigkeit der Strecke stark erhöhen. Es würde den Betrieb resilienter gegen Verspätungen und zusätzliche Haltepunkte möglich machen, z.B. in Vorbachzimmern oder am Solymar. Dazu müssten kurze Abschnitte zweigleisig ausgebaut und die Bahnhöfe Blaufelden, Königshofen und Wertheim-Bestenheid umgebaut werden.
Die Strecke statt nur die Fahrzeuge elektrifizieren
Den vom Land geplanten Einsatz batterieelektrischer Züge hält die Initiative Pro Tauberbahn für nicht zielführend. Er würde ein Inselnetz schaffen, das sehr teuer und nicht für Güterverkehre geeignet ist. Die Initiative schlägt stattdessen die Elektrifizierung der gesamten Strecke vor, wie es das Land Bayern zwischen Miltenberg und Aschaffenburg im kommenden Jahr macht. Ebenfalls nicht einverstanden ist die Initiative Pro Tauberbahn mit dem Zukunftsfahrplan des Landes, der einen Linienbruch vorsieht. Züge sollen nicht mehr durchgehend zwischen Wertheim und Crailsheim verkehren, sondern nur noch von Miltenberg bis Weikersheim beziehungsweise von Tauberbischofsheim bis Crailsheim. Durch lange Umsteigezeiten würde sich die Reisezeit stark verlängern.
Die Tauberbahn braucht eine starke Lobby
Die Region sollte sich nun geschlossen dafür einsetzen, dass sie bei den Investitionen ins Schienennetz nicht vergessen wird. Um eine starke Lobby für die Tauberbahn zu bilden schlägt die Initiative Pro Tauberbahn vor, eine Interessengemeinschaft Tauberbahn zu gründen, in der sich Kommunen, Landkreise und Organisationen zusammenschließen. Ziel ist es, das gesamte Gewicht der Region für eine zukunftsfähige Tauberbahn in die Waagschale zu werfen.